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Grippeimpfung für Schwangere und Kleinkinder

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Im letzten Jahr kam es noch zu Lieferengpässen beim Grippeimpfstoff. In diesem Jahr hat der von den Krankenkassen beauftragte Hersteller einen Monat früher mit der Produktion begonnen. Der Grippeverlauf bleibt abzuwarten.

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Meist beginnt es mit einem harmlosen Schnupfen. Dann sind die Nebenhöhlen entzündet und verschleimt, oft sind auch das Mittelohr und gegebenenfalls der Felsenbeinknochen betroffen. Schließlich kann es zu Husten kommen, wenn über die lymphatischen Organe, die eine ausgeprägte „Mittlerfunktion“ zwischen Körper und Umwelt haben, Entzündungen bis zu den Bronchien vordringen. In der Regel handelt es sich hierbei um einen katarrhalischen Infekt, der häufig über einige Tage von Fieber begleitet wird. Der Übergang zu einer regelrechten Grippe ist meistens fließend. Sie geht mit Kopf- und Gliederschmerzen einher. Manchmal kann es auch zum sogenannten „Fieber-Doppelgipfel“ kommen, wenn zunächst ein etwas schwächerer Fieberschub abgeklungen ist und danach ein weiterer, stärkerer Fieberschub folgt. Dauert dieser länger an, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, denn dann könnte eine Influenza-Erkrankung vorliegen, die zumeist nicht sofort als solche erkannt wird.

Jährlich aktualisierter Impfstoff

Mit der Influenza- oder Grippe-Impfung steht ein Instrument zur Verfügung, das gegen die „echte Grippe“ präventiv wirkt. Viele Menschen halten diese Form der Impfung für wenig wirksam, weil viele geimpfte Menschen trotzdem unter Schnupfen leiden. Dies ist aber insofern plausibel, weil die Influenza-Impfung nur gegen Grippe, nicht aber gegen Schnupfen oder Erkältungen schützt. Die Impfungen werden in der Regel von September bis November durchgeführt, aber auch eine spätere Impfung kann sinnvoll sein, weil bereits ein bis zwei Wochen nach Impfung Schutz besteht. Influenza-Impfungen müssen jedes Jahr erneut erfolgen, weil die sich unter dem Selektionsdruck der Herdenimmunität verändernden Viren häufig von den Impfstoffen des Vorjahres nicht mehr erfolgreich bekämpft werden können. Deshalb entscheidet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Februar jeden Jahres über die aktuelle Zusammensetzung des Impfstoffes. Die für die Herstellung des Impfstoffes notwendigen Viren werden unter Verwendung des auf Basis der Entscheidung der WHO zusammengesetzten „Saatgutes“ in Deutschland in bebrüteten Hühnereiern vermehrt. Nach zirka sechs Monaten ist der recht aufwendige Prozess der Impfstoffherstellung abgeschlossen. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit wird dann im Rahmen von klinischen Untersuchungen überprüft. Für Menschen mit einer schweren Hühnereiweißallergie existiert seit 2007 ein Influenza-Impfstoff, der auf Basis von Zellkulturen hergestellt wird und insofern frei von Hühnereiweiß ist.

Impfung für Kinder und Schwangere

In Deutschland erarbeitet die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin Impfempfehlungen, die speziell auf die Situation in Deutschland zugeschnitten sind. Die Kommission ist im „Infektionsschutzgesetz“ verankert und wird vom Bundesminister für Gesundheit ernannt. Im letzten Jahr wurde nur ein Hersteller mit der Produktion des Grippeimpfstoffes beauftragt. Dabei kam es zu erheblichen Liefer- und Versorgungsengpässen. Auch in diesem Jahr haben die Krankenkassen nur einen Hersteller beauftragt. Dieser beginnt allerdings einen Monat früher mit der Produktion. Wie stark die Grippewelle in diesem Jahr ausfallen wird, ist noch nicht klar. Gleichwohl hat die Ständige Impfkommission für Kinder mit einem Grundleiden die Impfung gegen Influenza ab einem Alter von sechs Monaten ausdrücklich empfohlen. Bis zu einem Alter von 36 Monaten wird die halbe Erwachsenendosis verabreicht, danach die volle Dosis indiziert. Der Leiter der Kommission, Dr. Jan Leidel, macht sich persönlich sogar für eine Impfempfehlung an Kindergärten und Schulen stark, weil in diesen Gemeinschaftseinrichtungen die Ausbreitungswahrscheinlichkeit der Grippe deutlich erhöht ist. Der Potsdamer Internist Prof. Thomas Weinke weist zudem auf die Notwendigkeit einer personalisierten Impfpraxis und die Vorteile adjuvantierter Impfstoffe zur Grippeprävention bei Kindern hin. Adjuvantien sind zugesetzte Bestandteile, die die Produktion von Antikörpern steigern, indem sie spezielle Zellen des Immunsystems aktivieren. Seit 2010 bereits empfiehlt die Ständige Impfkommission die Grippeimpfung von Frauen, die während der Influenzasaison schwanger sind, da diese Frauen bei einer Influenzainfektion ein deutlich höheres Risiko von schweren Krankheitsverläufen aufweisen. Auch die Neugeborenen profitieren von dieser Impfung, weil sie die Antikörper der Mutter über die Plazenta aufnehmen und so in den ersten Monaten nach der Geburt eine höhere Resistenz aufweisen. Da Erwachsenen ein Totimpfstoff indiziert wird, ist eine Influenzaimpfung grundsätzlich in jedem Stadium der Schwangerschaft möglich. Die Kommission empfiehlt für gesunde Schwangere eine Impfung ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. Auch stillende Mütter können sich gegen Influenza impfen lassen und so etwas tun, um grippefrei durch den Winter zu kommen.

Steckbrief Grippe

  • Erreger: Influenza-Virus
  • Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion sowie über Kontakt mit frisch mit Viren benetzten Oberflächen
  • Inkubationszeit: ein bis zwei Tage, unter bestimmten Umständen auch erst nach bis zu fünf Tagen
  • Ansteckungsfähigkeit: vier bis fünf Tagen, bei Kindern auch bis zu sieben Tagen
  • Krankheitsbild: Fieber, trockener Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen von bis zu einer Woche. Schwere Verläufe vor allem der Atemwege insbesondere bei Schwangeren und Kindern, hier häufig in Verbindung mit einer Mittelohrentzündung.
  • Impfung: jährliche Impfung, vorzugsweise im Oktober, Impfschutz nach etwa zwei Wochen

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