Magazin für moderne Eltern
Empfohlene Bücher, Spielzeug, Kinderfahrräder uvm.

Immundefekt bei Kindern

Immundefekt bei Kindern Infektionen Immunsystem

Häufige Infektionen bei Kleinkindern konfrontieren berufstätige Elternpaare mit zusätzlichen Herausforderungen. Auf dem Deutschen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in Düsseldorf wurden neue Diagnoseverfahren zu Immundefekten diskutiert.

Kleininder verfügen noch nicht über ein voll ausgebildetes Immunsystem. In der Regel hängt dies mit dem sogenannten erworbenen Immunsystem zusammen. Das Immunsystem besteht nämlich grob gesagt aus zwei Teilen, dem angeborenen und dem erworbenen Immunsystem. Das angeborene Immunsystem verfügt über sogenannte „Fresszellen“, die zur Vernichtung von Krankheitserregern da sind, sowie über Botenstoffe, die von Antikörpern aktiviert werden. Das erworbene Immunsystem wiederum verfügt über T- und B-Zellen. Mit den T-Zellen können Erreger vernichtet werden, gleichzeitig steuern sie aber auch die B-Zellen, die wiederum unterschiedliche Antikörper bilden. Dem Kleinkind fehlt allerdings in Hinblick auf das erworbene Immunsystem sein Gedächtnis, Krankheitserreger können noch nicht sofort erkannt werden. Erst mit der Zeit ist dies möglich und Erreger können effektiver bekämpft werden. In Ausnahmefällen kann aber auch beim betroffenen Nachwuchs ein Immundefekt vorliegen, aufgrund dessen das Immunsystem dauerhaft geschwächt werden kann. Die höhere Anfälligkeit für Infekte bei Kleinkindern wird hier noch einmal verstärkt. Experten gehen davon aus, dass etwa eins von 2.000 Neugeborenen einen angeborenen Immundefekt hat. Unterschiedliche Entwicklungen haben in den vergangenen Jahren die Infektionsanfälligkeit von Kleinkindern zu einem größeren Problem gemacht. Zum einen verbringen immer mehr Kleinkinder ihre Zeit in Gemeinschaftseinrichtungen, durch die eine Krankheitsverbreitung begünstigt wird, zum anderen sind immer mehr Mütter berufstätig. Sie können sich umfangreichere Krankheitszeiten des Nachwuchses, der dann zuhause bleiben muss und daher häufig auch mit einem längeren Ausfall am eigenen Arbeitsplatz verbunden ist, nicht leisten. Vor diesem Hintergrund hat die Kinderimmunologie, die unter anderem im September im Mittelpunkt des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in Düsseldorf stand, einen erheblichen Entwicklungsschub erfahren. Unter dem Motto: „Exome Sequencing will change your life“ wurden neue Diagnoseverfahren vorgestellt, die sich insbesondere auf die Genanalyse bei Neugeborenen stützen. Schon jetzt können rund 22.000 menschliche Gene durch das „Exome Sequencing“ genannte Verfahren in einer Untersuchung analysiert werden. „Durch das ,Exome Sequencing‘“, so Privatdozent Dr. Thomas Meissner, der gemeinsam mit Prof. Mayatepek die wissenschaftliche Leitung der Tagung innehatte, „wird der diagnostische Prozess umgekehrt und möglicherweise enorm verkürzt: Besteht bei einem Kind zum Beispiel bei einer Untersuchung auf Grund eines klinischen Symptoms der Verdacht auf eine genetische Erkrankung, können gendiagnostische Verfahren wie die Exomsequenzierung, relevante Abweichungen feststellen, die auf spezielle Krankheiten hindeuten.“ In den Niederlanden ist das genetische Screening von Neugeborenen schon üblich, im Bereich der niedergelassenen Ärzte in Deutschland noch nicht so verbreitet. Natürlich muss nicht jedes Kleinkind, das häufiger einmal Infekte hat, einem genetischen Screening unterzogen werden, denn das erworbene Immunsystem braucht seine Zeit und Erfahrungen. Gleichwohl sollten Eltern aufmerksam die Infekthäufigkeit beobachten. Die Immunologie der Charité in Berlin hat Warnzeichen für einen Immundefekt zusammengestellt, den auch Eltern nutzen können.

WARNZEICHEN FÜR IMMUNDEFEKTE

Genetik: Auftreten von Immundefekten in der Familie

Entzündung: Zwei oder mehr Lungen- und Nasennebenhöhlen- sowie mehrere Mittelohrentzündungen im Jahr

Antibiotika-Resistenz: Mehrere Monate erfolglose Therapie mit Antibiotika

Impfung: Komplikationen bei Schluckimpfung gegen Kinderlähmung oder bei Neugeborenen- Impfung gegen Tuberkulose

Gedeihstörung: Verzögerte körperliche Entwicklung im Säuglingsalter

Infektion: Mehrere Infektionen der inneren Organe sowie chronische Pilzinfektionen

Haut: Chronische Rötungen bei Säuglingen und Eiteransammlungen tief unter der Haut

Quellen & Infos: www.dgkj.de, www.immundefekt.de

Kommentare sind deaktiviert.