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Kaiserschnitt

Schwangerschaft Geburt Operation

Viele Frauen entbinden per Kaiserschnitt, besonders wenn es sich um eine Risikogeburt handelt. Für viele Kliniken ist die Methode planbar und benötigt weniger Zeit. Doch ein Eingriff birgt auch Risiken.

Jedes dritte Kind kommt in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wäre der Eingriff aber nur bei jeder achten Entbindung wirklich sinnvoll. Für die Kliniken ist diese Geburtsmethode kontrollier- und planbarer, weniger zeitaufwändig und definitiv lukrativer. Frauen sollten sich deswegen vor der Geburt gut darüber informieren, wie hoch die Rate der Kaiserschnitte in den jeweiligen Kliniken der Umgegend ist. Für einen Kaiserschnitt zahlen die Krankenkassen je nach Abrechnungsmodus mehr als das Doppelte wie für eine herkömmliche Geburt. Doch dies ist nicht der einzige Grund für die hohe Kaiserschnittrate. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr Risikogeburten zum Beispiel durch ein höheres Alter, Übergewicht der Mutter oder Zwillingsgeburten durch eine künstliche Befruchtung. Wie läuft die Operation ab?

„Rückenmarksnarkose“

Normalerweise kann der Ehemann oder Partner während der Vorbereitung und der Geburt dabei sein. Nur wenn der Kaiserschnitt, auch Sectio genannt, ein echter Notfall ist oder eine Vollnarkose vorgenommen wird, muss der Partner gehen. Die meisten Kaiserschnittgeburten werden mit einer so genannten Epidural- oder Spinalanästhesie, einer „Rückenmarksnarkose“, durchgeführt. So bleibt die werdende Mutter wach und kann ihr Baby unmittelbar nach der Geburt in die Arme nehmen. Nach dem Legen des Rückenmarkkatheters wird ein Harnblasenkatheter gelegt, damit die Blase leer ist; sie liegt sonst vor der Gebärmutter und ist im Weg. Über einen Tropf können, wenn nötig, Schmerzmittel gegeben werden. Wirkt die Betäubung vollständig, führt der Arzt einen horizontalen Einschnitt im oberen Bereich der Schamhaare und einen zweiten im unteren der Gebärmutter durch und hebt das Baby heraus. Es dauert nur ein paar Minuten. Das Neugeborene wird dann schnell vom Kinderarzt untersucht und der Mutter gezeigt. Wenn es sehr klein ist oder ihm nicht gut geht, wird es sofort auf eine spezielle Neugeborenenstation gebracht. Andernfalls kann der Partner den Säugling halten, während die Plazenta entfernt und die Nähte geschlossen werden. Insgesamt dauert ein Kaiserschnitt zirka 30 Minuten.

„Sanfter Eingriff“

Heutzutage nehmen die meisten Kliniken den so genannten „sanften“ Kaiserschnitt in der „Misgav-Ladach-Technik“ vor; dabei werden nur noch die Haut und der Gebärmuttermuskel geschnitten. Der Rest wird aufgedehnt beziehungsweise vorsichtig aufgerissen. Das Gewebe legt sich je nach Gewebeart von allein wieder aneinander und heilt ohne Naht, wie zum Beispiel die Bauchmuskulatur oder das Bauchfell. Ist alles getan, werden Mutter und Kind normalerweise in einen Nebenraum gebracht, wo die Hebamme dabei hilft, das Baby zu stillen. Die Frau wird es angenehmer finden, wenn dabei beide auf einer Seite liegen und sich ansehen können. Es braucht einige Zeit, bis man eine bequeme Stillposition gefunden hat. Nicht aufgeben, es wird immer leichter.

Risiko Kaiserschnitt

Allerdings ist eine Sectio immer noch eine Operation, mit allen bekannten Risiken. Dazu gehört etwa die Gefahr von starken Blutungen während des Eingriffs. Ein falsch gesetzter Schnitt könnte benachbarte Organe verletzen oder Thrombosen auftreten. Manchmal macht die Operationsnarbe später mit Wundheilungsstörungen oder Narbenbrüchen zu schaffen. Bei Folgeschwangerschaften sind Gebärmutterrisse und eine Verwachsung des Mutterkuchens möglich. Auch für das Neugeborene ist der Kaiserschnitt nicht unbedingt ein leichter Start ins Leben. Scheinbar plötzlich wird es aus Mamas Bauch gerissen, verliert abrupt seine geschützte Umgebung. Das könnte in den ersten Tagen zu Anpassungsschwierigkeiten führen. Hin und wieder ist zunächst auch die Bindung von Mutter und Kind gestört. Viele Kaiserschnitte jedoch retten das Leben von Mutter oder Kind oder von beiden. Deshalb sollten nicht alle vermieden werden. Dennoch können Frauen etwas tun, um das Risiko eines Kaiserschnitts zu verringern.

Sectio verhindern

Dazu gehört zum Beispiel, während der gesamten Schwangerschaft gut auf sich zu achten, sich gesund zu ernähren, Schwangerschaftsgymnastik zu machen und sich viel Ruhe zu gönnen. Ratsam ist es, sich zu erkundigen, wie hoch die Anzahl der operativen Eingriffe in der Umgebung sind. Kann auf mehrere Krankenhäuser zurückgegriffen werden, sollte man sich über die Kaiserschnittraten jedes einzelnen informieren und diese miteinander vergleichen. Zu empfehlen ist die Betreuung durch eine Hebamme, da Frauen mit einer Hebammenbegleitung bei der Geburt seltener invasiv-medizinische Hilfe benötigen. Während der Wehen sollte so lang wie möglich eine aufrechte Position beibehalten werden. Gehen und Stehen kann den Prozess beschleunigen und Kontraktionen stärker, länger und wirksamer machen. Nur Sitzen, eher noch als Liegen, kann die Länge der Wehen erheblich verkürzen. Viel Trinken während der Wehen verhindert ein Austrocknen. Einige Experten schlagen auch vor, häufiger kleine Mengen während der Wehen zu essen, um den Energielevel hochzuhalten. Eine operative Entbindung gehabt zu haben, bedeutet heutzutage nicht mehr, dass eine Mutter zukünftig ihre Kinder nur per Kaiserschnitt zur Welt bringen kann. Um die 70 Prozent der Frauen versuchen es nach einem Kaiserschnitt mit einer Vaginalgeburt und sind erfolgreich.

Ein Kaiserschnitt ist erforderlich, wenn:

das Baby in Steißlage, das heißt mit dem Po zuerst, oder quer vor dem Geburtsausgang liegt, eine Erkrankung oder Abnormität hat.

  • es drei oder mehr Babys sind.
  • die Mutter eine Herpeserstinfektion im Genitalbereich hat, so dass ein vaginal geborenes Baby sich bei ihr anstecken könnte.
  • die Mutter eine Plazenta praevia hat. Das ist der Fall, wenn die Plazenta so tief in der Gebärmutter sitzt, dass sie den Ausgang für das Baby versperrt.
  • sich die Präeklampsie der Mutter zusehends verschlimmert, so dass eine sofortige Entbindung nötig ist. Eine Präeklampsie ist eine in der Schwangerschaft auftretende Erkrankung, die mit erhöhtem Blutdruck, vermehrter Eiweißausscheidung und Wassereinlagerungen einhergeht.
  • die Mutter häufig Gebärmutteroperationen oder Kaiserschnitte hatte.
  • Babys Herztöne auffällig werden.
  • sich die Nabelschnur um Babys Hals gewickelt hat.
  • sich die Plazenta vorzeitig ablöst.
  • das Baby nicht in den Geburtskanal rutscht, weil der Muttermund sich nicht weiter dehnt, das Kind zu groß ist oder das Becken zu klein.

Quelle: www.babycenter.de

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