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Sex in der Schwangerschaft

Sex in der Schwangerschaft

Werdende Eltern müssen in der Schwangerschaft nur in einigen Ausnahmefällen auf Sex verzichten. Viele habe in dieser Zeit sogar ein erfüllteres Liebesleben als zuvor, was die Beziehung sehr festigen kann.

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Viele werdende Eltern befürchten, dass Sex ihr Baby stört oder gar gefährdet. Deswegen die gute Nachricht zuerst: Verläuft die Schwangerschaft normal und gesund, ist erlaubt, was beiden Spaß macht und der Schwangeren nicht weh tut. Das Paar kann so lange miteinander schlafen, wie die Fruchtblase noch nicht geplatzt ist. Früher dachte man, dass das Liebesspiel der werdenden Eltern eine Fehl- oder Frühgeburt bei der Frau auslösen könnte. Doch das ist lange überholt. Studien haben zwischenzeitlich gezeigt, dass diese Befürchtung weitgehend grundlos gewesen ist. Im Gegenteil: Ein intensives Erleben der Zweisamkeit während der gelebten Sexualität vermittelt dem Paar Zusammengehörigkeit, Geborgenheit und Wärme, was die Beziehung sowohl in der Schwangerschaft als auch für die Zeit nach der Geburt festigen kann. Bestehen Zweifel seitens des Paares, sollten diese gemeinsam und offen mit der Frauenärztin beziehungsweise dem Frauenarzt besprochen werden. „Das Kind liegt gut geschützt im Fruchtwasser der Fruchtblase, so dass das Liebesspiel dem Baby nicht schaden kann“, sagt Dr. Christian Albring, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. Es kann also weder berührt, erdrückt noch auf irgendeine Art verletzt werden, das, was so viele Eltern befürchten. Allerdings weiß man bis heute nicht, ob das Baby im Mutterleib spürt, wenn seine Mutter einen Orgasmus hat. Doch der Experte winkt ab. „Weder Bewegungen noch ein Orgasmus können dem ungeborenen Baby etwas anhaben.“ Zappelt es nach dem Höhepunkt herum, reagiert es meist auf den erhöhten Blutdruck und das schneller schlagende Herz der werdenden Mutter. Allerdings schwankt die Lust auf Sex während der Schwangerschaft stark. Gerade die ersten drei Monate fühlen sich viele Frauen erschöpft, sie leiden an Übelkeit und ihre Brüste sind extrem berührungsempfindlich. In dieser in jeglicher Hinsicht sehr sensiblen Zeit ist es wichtig, dass sich das Paar Zeit füreinander nimmt und auch wenn der heiße Sex nicht lockt, liebevoll miteinander spricht, zärtlich ist, schmust und kuschelt. Gerade Männer hegen manchmal Angst, dass im Mutterleib eine Konkurrenz heranwächst und dem kann das Paar durch verständnisvolle Zuwendung vorbeugen. Im zweiten Drittel der Schwangerschaft ändert sich das körperliche Verlangen in der Regel.

Erfülltes Liebesleben

Den Frauen geht es gut; die Ausschüttung der Hormone bedingt, dass der Genitalbereich stärker durchblutet wird und sich ihnen neue anregende erotische Gefühle eröffnen. Die Männer fühlen sich durch die zunehmend weiblichen Rundungen ihrer Partnerinnen sehr angezogen und so haben viele Paare in dieser Zeit sogar ein erfüllteres Liebesleben als vor der Schwangerschaft. Es gibt allerdings auch einige Männer, die durch die Schwangerschaft ihrer Partnerin sehr verunsichert und gehemmt sind. Auch hier ist ein Gespräch mit der Frauenärztin beziehungsweise dem Frauenarzt hilfreich. Es gibt jedoch Umstände, unter denen man Sex in der Schwangerschaft besser sein lässt, das sind: Blutungen, Unterleibsschmerzen oder Bauchkrämpfe, vorzeitige Wehen, Verlust von Fruchtwasser beziehungsweise wenn die Fruchtblase geplatzt ist, eine Plazentainsuffizienz vorliegt, das heißt der Mutterkuchen schlecht durchblutet ist und der Fetus infolgedessen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird, oder eine Plazenta praevia, der Spezialausdruck für einen tief liegenden Mutterkuchen. Ist der Muttermund mit einem so genannten Zerklagenband verschlossen, weil die Frau ein schwaches Bindegewebe hat und sich der Muttermund dadurch zu früh öffnet, ist der Sexualverkehr ebenfalls zu meiden. Bei Genitalherpes des Partners ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Sorgfältige Genitalhygiene

Eine sorgfältige Hygiene des Genitalbereiches, am besten nur mit klarem Wasser, ist sehr wichtig. Denn während der Schwangerschaft verändert sich das Scheidenmilieu, es wird weniger sauer und wird damit anfälliger für Pilze und Bakterien. Männer sollten sich täglich mit Seife reinigen und die Vorhaut des Penis’ dabei zurückziehen. Kondome schützen zusätzlich vor einer Scheideninfektion. Im letzten Drittel der Schwangerschaft lässt die Libido oftmals wieder nach; der Bauch ist dick geworden und alles fällt schwer. Das heißt aber nicht, dass das Paar komplett auf Sex verzichten muss, wenn sie Lust darauf haben. Schmiegt sich die Frau zum Beispiel in den Schoß ihres Partners, ist ihr Bauch nicht im Weg. Wenn die Schwangere auf ihm sitzt, erlaubt es ihr, zu kontrollieren, wie tief der Penis eindringt. „Beim Sex sollten Paare möglichst bequeme Stellungen für die Schwangere wählen und ein zu hartes männliches Eindringen vermeiden“, sagt Dr. Christian Albring, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Wenn der Geburtstermin da ist, wirkt Sex sogar als natürliches Wehenmittel, hervorgerufen durch die Prostaglandine in den Spermien.

Ute F. Wegner

Quellen & Infos: www.babycenter.de, www.frauenaerzte-im-netz.de, www.womenshealth.de

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