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Spracherwerb im ersten Lebensjahr

Sprache die ersten Worte Entwicklung Kleinkinder

Die ersten vier Jahre sind für die Sprachentwicklung von Kleinkindern besonders wichtig, der große Schritt zum ersten Wort wird zumeist im ersten Lebensjahr absolviert. Das Umfeld spielt hierbei eine besonders wichtige Rolle.

Biologisch bringen Säuglinge bei der Geburt eigentlich schon alle Voraussetzungen für den Spracherwerb mit. Sie verfügen im Gehirn bereits über das Sprachzentrum, mit dem Sprache verstehen und sprechen ermöglicht wird, sie haben die für das Sprechen wichtigen Organe und Muskeln, wie Zwerchfell, Zunge und Lippen und sie haben während der Schwangerschaft im Mutterleib bereits einige Geräusche wie den mütterlichen Herzschlag gehört. Und obwohl diese biologischen Voraussetzungen in der Regel bei allen Kindern in vergleichbarer Form vorhanden sind, weichen der Verlauf des Spracherwerbs und die spätere Sprachfähigkeit zwischen den einzelnen Kindern ab.

Umfeld entscheidet Sprachentwicklung

Eine der bis heute noch einschlägigsten Studien zum Spracherwerb haben Mitte der 1990er Jahren die beiden US-amerikanischen Forscher Betty Hart und Todd Risley vorgelegt. Sie hatten mehr als zwei Jahre lang mehr als 40 Familien mit Kindern begleitet und jeden Monat eine Stunde der Erziehungszeit vor Ort aufgenommen und nach unterschiedlichen Kriterien ausgewertet. Dabei stellten sie unter anderem fest, dass einige Kinder in ihrem Umfeld über 2.000 Wörter in der Stunde hörten, andere wiederum nur rund 600 Wörter. Später schnitten die Kinder, in deren Umfeld mehr gesprochen und die Wörter jeweils auch stärker variiert wurden, sowohl bei Sprach- als auch Intelligenztests deutlich besser ab. Damit scheint ein enger Zusammenhang zwischen kindlichem Spracherwerb und der sprachlichen Quantität und Qualität des jeweiligen Umfeldes gesichert zu sein. Daneben spielt aber auch die Motivation eine große Rolle, die Kinder in unterschiedlichem Maße erfahren, sich auch sprachlich zu betätigen. Denn Kinder erfahren schnell, dass Sprache der Weg ist, sich die Lebenswelt anzueignen, vor allem aber auch Instrument ist, eigene Bedürfnisse zu befriedigen. Um die dazugehörigen Erfahrungen zu machen, benötigen sie aufmerksame Zuhörer, die auf ihre Sprachbemühungen liebevoll eingehen. Es kommt also nicht nur darauf an, dass Eltern und Bezugspersonen viel mit dem Kind sprechen, sondern ihm auch zuhören und auf Laute des Kindes angemessen reagieren. Wenn Eltern vermeintlich falsche Äußerungen des Kindes zu strikt reglementieren, kann es auch schnell die Lust verlieren, sich zu äußern. Der weitere Spracherwerb kann so blockiert werden. Neben dem Unterlassen von zu kritischen Korrekturen sollten Eltern besonderes Augenmerk auf die Hörfähigkeit des eigenen Nachwuchses legen, wie also beispielsweise auf bestimmte Geräusche reagiert wird. Auch ein deutlich verlangsamter Spracherwerb kann ein Indiz für Probleme mit dem Gehör sein. In solchen Fällen sollten Eltern unbedingt eine Kinderarztpraxis aufsuchen und einen Hörtest durchführen lassen.

Kreative Rollenspiele

Neben gemeinsamem Summen und Singen, sowie dem traditionellen Vorlesen können Eltern den kreativen Sprachgebrauch mit Rollenspielen fördern. Kinder sind häufig an der Benennung von Gegenständen und deren Funktion interessiert. So können die einzelnen Rollenspieler beispielsweise die Rolle eines Gegenstandes übernehmen, ihre Bezeichnung und die entsprechende Funktion nennen.

Weiterlesen zu Rollenspielen: www.mutter-kind-magazin.de/rollenspiele-in-der-kindlichen-erziehung

AUF DEM WEG ZUM ERSTEN WORT

0-3. Monat

Am Anfang steht der Schrei. Daneben gurrt, schnalzt und gluckst das Baby und macht so eher „zufällige Stimmübungen“.

3.-6. Monat

In der sogenannten „ersten Lallphase“ reagiert der Nachwuchs jetzt schon auf Ansprache und brabbelt vokalartige Laute.

7.-9. Monat

In der „zweiten Lallphase“ gleichen die Kleinen das Gehörte mit dem selbst Gesprochenen ab, sie sprechen erste Silben und verdoppeln diese schließlich.

10.-12. Monat

Gegen Ende des ersten Lebensjahres ist es dann meistens soweit: der Nachwuchs erfreut die Eltern mit dem ersten Wort.

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