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Vorsorge für jedes Kind

Vorsorgeuntersuchung Kinderarzt Kinderkrankheiten

Seit 1991 wird in Deutschland das einheitliche Früherkennungsprogramm in allen Bundesländern durchgeführt. Mit regelmäßigen Früherkennungs-Untersuchungen sollen auffällige Kindheitsentwicklungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Im ersten Lebensjahr stehen die U1 bis U6 an.

U1

Unmittelbar nach der Geburt wird zunächst der sogenannte Apgar-Test durchgeführt und zwar mehrmals im Abstand von einigen Minuten. Arzt oder Hebamme kontrollieren Herzschlag, Atmung, Reflexe, Muskeltonus und Hautfarbe des Neugeborenen. Häufig fallen diese allererste Inaugenscheinnahme des Säuglings und die erste Vorsorgeuntersuchung, die U1, zusammen. Im Rahmen der U1 werden dem Neugeborenen Vitamin-K-Tropfen verabreicht; jeweils zwei Milligramm bei den ersten drei Untersuchungen. Säuglinge haben häufig einen Vitamin-K-Mangel. Dieses Vitamin ist wiederum wichtig für die Blutgerinnung. Mit der Gabe von Vitamin-K soll so möglichen Blutungen vorgebeugt werden. Üblicherweise wird dem Kind aus der Vene oder an der Ferse Blut abgenommen, um eventuelle Erkrankungen festzustellen, die nicht sofort ins Auge fallen. Dieses Neugeborenen-Screening sollte in den ersten 36 bis 72 Stunden erfolgen, spätestens aber im Rahmen der U2. Die Blutprobe wird vor allem auf Stoffwechselerkrankungen, Fehlfunktionen der Schilddrüse und das sogenannte „Androgenitale Syndrom“ (Vermännlichung von Mädchen) überprüft. Das Ergebnis der Blutprobe steht innerhalb weniger Tage zur Verfügung, stellt aber keine ärztliche Diagnose dar, kann aber gegebenenfalls weitere Untersuchungen zur Feststellung einer Erkrankung erforderlich machen. Neben dem Neugeborenen- Screening wird auch ein Hörscreening angeboten, mit dem die Funktion des Innenohres überprüft werden soll.

U2

Die U2 steht dann in der Regel am dritten Lebenstag des Neugeborenen auf dem Programm. Oft wird diese Untersuchung kurz vor Ende des Klinikaufenthalts noch im Krankenhaus durchgeführt. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die Organe, das Skelett und die Mundhöhle. Zur Stärkung des Knochenbaus und zur Prävention einer Rachitis erhalten Babys im ersten Jahr täglich zusätzlich Vitamin-D, weil sie dieses für den Knochenbau wichtige Vitamin nicht in ausreichendem Maße selber bilden beziehungsweise mit der Muttermilch aufnehmen können. Der Kinderarzt wird weiterhin zu den Themen Stillen, Säuglingstod und Schutz vor Passivrauchen informieren.

U3

Bei der U3 ist das Baby schon vier bis fünf Wochen alt. Hierbei wird der Kinderarzt seinen kleinen Patienten auf seine Reflexe testen, seine Bewegungsfähigkeit beobachten sowie Seh- und Hörvermögen überprüfen. Abhören und Abtasten stehen natürlich auch wieder auf dem Vorsorgeprogramm. Außerdem wird der Kinderarzt vorsorglich Ultraschallaufnahmen von der Hüfte des Kindes machen.

U4

Der Termin für die U4 sollte zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat des Kindes liegen. Immer mehr geht es nun darum, wie fit und mobil das Baby ist. Der Kinderarzt wird erneut die Sinnesorgane auf deren Funktion hin überprüfen. Mit dem elterlichen Einverständnis wird der Nachwuchs jetzt auch die ersten von mehreren Impfungen erhalten. Angeboten werden Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Hepatitis B, Kinderlähmung, Keuchhusten und Pneumokokken, die es mittlerweile auch als Sechsfach-Impfung gibt, sowie gegen Grippe.

U5

In der Regel kann ein Kind bei der U5, also im Alter von sechs bis sieben Monaten, schon mit ein bisschen Hilfe sitzen. Auch greift es gezielt nach Spielzeug in der Nähe und untersucht dieses mit Mund und Händen. Meistens dreht es sich ganz alleine von der Bauch- in die Rückenlage und umgekehrt. Es nimmt alles um sich herum bewusst und aktiv war, brabbelt fröhlich vor sich hin, reagiert prompt auf Ansprache. Der Kinderarzt wird jetzt auch ausführlich das Thema Ernährung besprechen. Denn etwa mit einem halben Jahr wird das Kind auf Beikost umgestellt werden. Das Zahnen wird jetzt aktuell, und damit auch die Zahnpflege des Nachwuchses.

U6

Die U6 schließt in der Regel das erste Lebensjahr ab. Hier kann mit weiteren Impfungen die Grundimmunisierung abgeschlossen werden. Zusätzlich werden Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken angeboten. Für einen vollständigen Schutz ist hierbei eine zweite Impfung nach einem Zeitraum von mindestens vier Wochen notwendig.

Quellen & Infos: www.bzga.de

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