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Zwillinge – Konsequenz und klare Regeln

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Immer mehr Mehrlinge kommen auf die Welt. 2012 waren 98 Prozent von ihnen Zwillinge. Damit aus der doppelten Arbeit eine zweifache Freude wird, gilt es, ein paar Grundregeln zu beachten.

Meinen Glückwunsch, Sie bekommen gleich zwei!“ – gut gemeinte Worte, die werdende Eltern erst einmal zu hören bekommen, wenn auf dem Ultraschallbild zwei oder mehrere Sprösslinge zu sehen sind. Das kommt hierzulande immer häufiger vor. So verzeichnete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden rund 11.500 Zwillinge, Drillinge oder Vierlinge im Jahr 2011. Jedes 29. Baby ist heute ein Mehrlingskind. Im vergangenen Jahr waren 98 Prozent aller Mehrlingsgeburten Zwillinge. 230-mal wurden Drillinge geboren, sechsmal Vierlinge. Doch die Tatsache, dass Zwillinge oder mehr Babys in das traute Heim einziehen, stürzt das Paar erst einmal in ein Gefühlschaos. Wie wird ihr Leben sein mit der Kinderschar? Alles muss zwei- oder mehrfach verrichtet werden und die Energie der Eltern ist schnell aufgebraucht, wenn sie nicht ein paar Grundregeln beachten.

Aufgaben souverän meistern

Die erste ist: Ruhe bewahren und einen Schritt nach dem anderen machen. Umso souveräner sie ihre neuen Aufgaben angehen, desto friedlicher sind die Kinder. Sie sollten immer daran denken, dass die ersten Jahre zwar doppelte Arbeit bedeuten mögen, aber auch doppelte Freude beinhalten können. Zweite Regel: Die werdenden Eltern sollten sich zeitig bei Freunden, Bekannten und Nachbarn mit Mehrlingserfahrung praktischen Rat einholen. Sie sollten ein Netz von Helfern knüpfen, die einspringen, wenn Not an Mann oder Frau ist. Die Helfer können auch außerhalb der Familie sein. Es ist sogar sehr gut, wenn das Beziehungsnetz weiter gefasst ist. Nach der Geburt ist es hilfreich, sich mit anderen Müttern und Paaren auszutauschen, die ebenfalls vor dem mehrfachen „Problem“ stehen. Das tröstet einerseits und man kann sich außerdem unter die Arme greifen. Eines ist klar: Der Schlaf kommt in den ersten Wochen zu kurz. Eine Lösung ist, dass sich die Eltern mit dem Schlafen abwechseln. Ist ein Elternteil berufstätig, könnte dieser Freitag und Samstag die „Babynächte“ übernehmen, so dass seine bessere Hälfte zur Ruhe kommt.

Geschwister einbeziehen

Viele Mütter fragen sich, ob sie ihre Kinderschar stillen können. Nach wie vor ist Stillen am besten für die Babys, besonders wenn sie zu früh auf die Welt kamen, was bei vielen Mehrlingen der Fall ist. Ältere Geschwister benötigen auch ihre Eltern. Ideal ist es, sie von Anfang an einzubeziehen. Sie können beim Wickeln zugucken, das Mobile über dem Wickeltisch anstupsen oder beim Eincremen des Babypopos helfen. So werden sie nicht so leicht eifersüchtig. Denn viele reagieren auf die Ankunft ihrer Geschwister mit Einnässen und Trotz, manchmal sogar mit Aggressionen gegen den Nachwuchs. Viele Eltern möchten ihre Zwillinge gleich anziehen. Ein guter Rat ist, dieses Vorhaben aufzugeben oder auf besondere Gelegenheiten zu beschränken. Denn im Alltag sieht es so aus: Kaum ist eines der Kinder angezogen, beschmiert sich der zweite mit der Schuhcreme, die im Flur steht.

Preiswerte Kleidung

In „Second Hand Shops“, auf Kleiderbörsen, im Ausverkauf und bei Sonderaktionen findet man Kleidung zu niedrigen Preisen. Wenn die Kinder älter sind, möchten sie sowieso lieber etwas anderes anziehen als ihre Zwillingsgeschwister. Spielsachen muss man nicht doppelt kaufen, die Kinder sollten lernen, zu teilen. Bei Zwillingen oder Mehrlingen ist oftmals ein Kind dominierender als das andere. Das ist okay, solange keines leidet. Anderenfalls müssen die Eltern das schwächere Kind unterstützen. Der Vorteil von Mehrlingen: Sie werden schneller selbstständig, denn die Eltern können sich ja nicht zerteilen. Die Schlüssel in der Erziehung lauten Konsequenz und klare Regeln. Sie sorgen für Ruhe und Ordnung im Familienleben. Die Mehrlinge lernen viel schneller als andere Kinder, die Grenzen der Eltern zu akzeptieren, Mutter und Vater zu „teilen“ und sich mit sich zu beschäftigen. Dennoch: Mehrlinge fordern ihre Eltern bis an die äußerste Grenze und darüber hinaus. Deswegen ist es sehr sinnvoll, dass Eltern die Erwartungen an sich zurückschrauben. Perfektionismus ist eine Falle, in die alle Menschen leicht geraten, ganz besonders aber Eltern, weil sie alles für ihre Kinder hundertprozentig bewerkstelligen möchten. Ein Vorteil von Zwillingen ist: Wenn sie alt genug sind, spielen sie zusammen und entlasten ihre Eltern.

FINANZIELLE HILFEN

Es ist sinnvoll, sich über Ansprüche auf staatliche Leistungen wie Mutterschafts- und Elterngeld zu informieren. Eltern von Mehrlingen steht z. B. mehr Elterngeld zu. Familien, die sich in einer Notlage befinden, können finanzielle Unterstützung über die „Bundesstiftung Mutter und Kind“ (bundesstiftung-mutter-und-kind.de) beantragen. Schwangerschaftsberatungsstellen bieten kostenlose Infos zu allen Leistungen und anderen Unterstützungen. In Selbsthilfegruppen für Mehrlingseltern kann man sich Tipps holen, Erfahrungen austauschen und in Angeboten für Babys stöbern.

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